Themenwoche Kriegsbücher

1. Im Westen nichts Neues

Der im Jahre 1929 erschienen Roman schildert die Schrecken des ersten Weltkriegs aus der Perspektive eines jungen Soldaten. Paul Bäumer und seine Kameraden ziehen auf Drängen des Lehrers direkt nach der Schulzeit mit gerade einmal 18 Jahren in den Krieg und kämpfen an der französischen Westfront mit. Viele von Pauls Freunden fallen in diesem Krieg, er jedoch muss nach längerem Aufenthalt im Lazarett zurück an die Front. Von dem dort erlebten Grauen handelt dieses Buch, anschauliche Schilderungen haben mich immer wieder aufs Neue erschüttern und mir bewusster gemacht, was damals Realität war und heute unvorstellbar ist. 

In der Einleitung schreibt der Autor „Im Westen nichts Neues“ sei lediglich ein Versuch, über eine Generation zu berichten, die vom Kriege zerstört wurde – auch wenn sie seinen Granaten entkam. Tief berührend, ein Klassiker der Weltliteratur, der in mehr als 50 übersetzt und darüber hinaus auch verfilmt wurde. 

„Das Grauen läßt sich ertragen, solange man sich einfach duckt – aber es tötet, wenn man darüber nachdenkt.“

– Erich Maria Remarque 

2. Nachkriegskinder - Die 1950er Jahrgänge und ihre Soldatenväter

Nachkriegskinder sind in etwa die Jahrgänge von Kriegsende bis 1960. Ihre Väter haben den Krieg miterlebt, sie selber sind in die Zeit des Wirtschaftswunders und eines Neuanfangs hineingeboren. Dennoch wirken sich die Kriegserlebnisse auf das Familienleben aus: Lebensmuster, Schuldgefühle, so etwas wurde weitergegeben an die Kinder, oft unbewusst. 

Die Autorin möchte mit diesem bewegenden Buch Angehörigen der Generation dabei helfen, ihren eigenen Lebenslauf zu begreifen. Um zu verstehen, wer sie selber sind, sucht Sabine Bode mit ihnen nach Antworten auf Fragen, die viele Nachkriegskinder beschäftigen: Wer war mein Vater eigentlich? War er Täter oder Opfer in der NS-Zeit? Und wie hat dieser Krieg unsere Familie geprägt? 

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„Als Kind sammelt man Wörter, jeden Tag kommen neue hinzu, und man lernt die wichtigen von den weniger wichtigen zu unterscheiden. »Krieg« gehörte zu meinem frühen Wortschatz.“

– Sabine Bode

3. Der Junge im gestreiften Pyjama

Der irische Autor John Boyne schildert in „Der Junge im gestreiften Pyjama“ den Holocaust aus der Sicht eines Kindes. 

1942, Berlin. Der achtjährige Bruno muss sich von seinen Freunden verabschieden, seine Familie zieht um. Als sich der Junge in der Umgebung umsieht, fällt ihm ein Lager auf, das mit einem Stacheldraht umzäunt ist. Seine Schwester sagt es heiße „Au-Wisch“, sein Vater ist der SS-Lagerkommandant. Bruno ist neugierig, möchte von seinem Vater wissen, wer die Menschen in dem Lager sind. Die Personen in den gestreiften Pyjamas seien eigentlich keine Menschen, antwortet der Vater. 

Weil Bruno sich ohne andere Kinder in der Umgebung langweilt, wagt er sich eines Tages verbotener Weise an den Stachelzaun des Lagers heran und lernt Schmuel von der anderen Seite des Drahtzaunes kennen. Eine Freundschaft zwischen den beiden Jungen entsteht.

Dass der Roman aus der naiven Perspektive eines Kindes geschrieben ist, gibt dem Buch das gewisse Etwas und verleiht der Erzählweise eine Authentizität, die berührt und fesselt. Auch der Film zum Buch ist sehr bewegend und empfehlenswert.

„Er wusste, dass Leute manchmal nicht gerne darüber redeten, weshalb sie traurig waren; manchmal erzählten sie aber von alleine den Grund und hörten dann monatelang nicht mehr auf, darüber zu reden.“

4. Das Tagebuch der Anne Frank

Das Tagebuch ist Symbol für den Völkermord an den Juden und Dokument der jungen Schriftstellerin zugleich. Die Angst des 13-jährigen Mädchens um ihr Leben, tief berührend und ihre Geschichte durch dieses Buch weltberühmt. 

 

„Es ist ein Wunder, dass ich nicht alle Erwartungen aufgegeben habe, denn sie scheinen absurd und unausführbar. Trotzdem halte ich an ihnen fest, trotz allem, weil ich noch immer an das Gute im Menschen glaube.“ – Anne Frank am 15. Juli 1944

 

 

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5. Die roten Matrosen

November 1918. Nach vier Jahren Weltkrieg verweigern die Matrosen der kaiserlichen Marine den Befehl zu kämpfen. Die Novemberrevolution beginnt, geschildert aus der Sicht des 13-jährigen Helmut (Helle) Gebhardt und seiner Familie. Der Vater kehrt verwundet aus dem Krieg nach Berlin zurück, die Mutter arbeitet in einer Fabrik, die ganze Familie hungert. Kein Einzelfall, Lebensmittel zu ergattern ist schwer und die Menschen leben in Armut. Helles Eltern unterstützen deshalb die Arbeiterbewegung gegen eine Unterdrückung durch die Regierung, die ihnen den Krieg gebracht hat und begeben sich dadurch mehr als einmal in Lebensgefahr. Immer wieder bedrückend zu lesen, unter welcher Angst und mit welcher Verantwortung schon die Kinder in dieser Zeit konfrontiert wurden. 

Die Personen sind fiktiv, trotzdem schreibt der Autor: „Sie sind frei erfunden – und haben doch gelebt.“ 

„Das mit der Macht stimmt – wir haben sie in dem Augenblick, in dem wir uns ihrer bewusst werden.“