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Die Zeit, die Zeit – Martin Suter

Die Zeit, die Zeit

3/5 ⭐️⭐️⭐️

Handlung:

Nachdem seine Freundin Laura scheinbar grundlos auf der Türschwelle der eigenen Haustür erschossen wurde, ist Martin Taler wie besessen davon, den Mörder ausfindig zu machen. Bei seiner Ausschau nach Ungewöhnlichem in der Nachbarschaft, fällt ihm der alte Nachbar Krupp auf. Auch er hat seine Frau verloren und plant nichts Geringeres als die Veränderung der Vergangenheit. Er glaubt: Zeit gibt es nicht, nur Veränderung. Durch Rekonstruktion des früheren Zustands hofft er, seine Frau zurückholen zu können. Taler willigt ein, ihn bei seinem dubiosen Experiment zu unterstützen, das ungeahnte Ausmaße annimmt. 

Figuren: 

Peter Taler, 42 ist Buchhalter eines Bauunternehmens und seit dem Tod seiner Freundin Laura nicht mehr der derselbe. Er macht sich Vorwürfe: Hätte er die Tür früher geöffnet, wäre sie dann noch am Leben? Sein Gefühl der Mitschuld treibt ihn zusätzlich an auf seiner Suche nach dem Mörder. Vom Fenster seines Wohnblockhauses aus beobachtet er die Nachbarschaft, das Gefühl etwas sei anders lässt ihn nicht los. Er beginnt zu fotografieren und recherchieren und vernachlässigt seine Arbeit noch stärker als zuvor. Dass er kurz vor dem Rauswurf steht, kümmert ihn kaum. 

Zunächst verdächtigt Taler seinen 82-Jährigen Nachbarn und Ruheständler Albert Knupp. Dieser hat seine Frau 20 Jahre zuvor an Malaria verloren und quält sich ebenfalls mit Schuldgefühlen, die beiden Protagonisten scheinen wie füreinander bestimmt. Verwitwet und vereinsamt leben beide ein trostloses Leben, sie sind Sonderlinge in der Nachbarschaft und haben kaum Kontakte. Zunächst ist Peter skeptisch, doch als Knupp ihm Hinweise auf den Schützen in Aussicht stellt, der Laura das Leben nahm, lässt er sich auf das zeit- und kostspieliges Experiment ein. 

Im Umkreis von 20 Metern sollen Haus und Garten in den Zustand zurückversetzt werden, der am 11.Oktober 1919 dort vorgeherrscht hat. 

 
Rezension: 

Der Autor spielt in “Die Zeit, die Zeit” mit philosophischen Motiven und beschäftigt sich mit den Fragen der Vergänglichkeit. Sowohl die Thematik als auch die Umsetzung sind sicherlich nicht jedermanns Sache und insbesondere der Anfang ist gewöhnungsbedürftig. Wenn man sich aber als Leser darauf einlässt, kann die Auseinandersetzung mit dem Thema Zeit sehr interessant sein. Durch das Buch ist mir erst wieder richtig bewusst geworden, sie sehr sie eigentlich unsere aller Alltage bestimmt. 

Suters Schreibstil ist von Komik geprägt, die dem Roman etwas mehr Pep verleiht. Ansonsten sind bestimmte Passagen teils etwas lang gezogen, Orte werden sehr detailliert beschrieben und auch den einzelnen Schritten des Experiments werden viele Seiten des Buchs gewidmet. Manche davon hätte man genauso gut weglassen können, das hätte Zeit gespart. Wertvolle Zeit, wie mir der Roman noch einmal deutlich gemacht hat. 

Zugute möchte ich jedoch auch halten, dass durch überraschende Wendungen bei der Suche nach dem Mörder Lauras eine gewisse Spannung entstanden ist. Außerdem wollte ich unbedingt erfahren, ob das Experiment geglückt ist. 

Deshalb gebe ich dem Buch “Die Zeit, die Zeit” insgesamt 3 von 5 Sternen. 

„Scheiß Zeit. Man bekommt es einfach nicht aus dem Kopf, dieses Zeitdenken. Vorher, jetzt, nachher.“
  • Gattung: Krimi-Roman, Gegenwartsliteratur
  • Autor: Martin Suter
  • Verlag: Diogenes Verlag
  • Erscheinungsjahr: 2012
  • Seitenzahl: 304 Seiten
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2 Comments

  1. Gut gemachte Beschreibung der Handlung. Mir fällt sofort jemand ein, der dieses Buch gerne lesen wird. Über Wortgebastel kann ich perfekt Buchgeschenke auswählen und finde auch selbst immer etwas.
    Eine großartige Sache, vielen Dank.

    • Vielen Dank für deine positive Rückmeldung, liebe Elke! Ich freue mich sehr, mit den Rezensionen Inspiration bieten zu können.

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